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Dialogforum: "Blick nach vorne!"

Stärkung von Resilienz und Widerstandsfähigkeit in der Kindertagespflege

 

Beteiligte Kooperationspartner:

  • HMSI - Hessisches Ministerium für Soziales und Integration
  • HKTB - Hessisches KinderTagespflegeBüro
  • Hage - Hessische Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung, Elisa Martini (Referentin)

Zielgruppe:

  • Fachkräfte aus Beratung, Vermittlung und Qualifizierung von Kindertagespflegepersonen, Fortbildner*innen, Multiplikator*innen, Kindertagespflegepersonen, Familien und Interessierte

Zeitraum:

April 2021 bis Dezember 2021

Die Dialogrunden haben wie folgt stattgefunden:

  • 03.05.2021
  • 17.05.2021
  • 05.07.2021
  • 28.07.2021

Ausgangslage:

Die seit über einem Jahr anhaltende Pandemie wirkt sich zunehmend belastend auf unsere Kinder aus. Auch Kleinkinder sind von den coronabedingten Veränderungen und Einschränkungen unmittelbar betroffen. Die Auswirkungen im Alltag und im Miteinander hinterlassen ihre Spuren. Die Förderung von Resilienz und Widerstandskraft, als ein entscheidendes Element für die Bewältigung der Situation, steht dabei im Fokus.

Aktuelle Studienergebnisse zeigen, dass die psychischen Auffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen, seit Beginn der Pandemie, deutlich zugenommen haben.

Fachberatungen, Kindertagespflegepersonen und Familien standen und stehen vor den Herausforderungen, Kinder und Familien in dieser Situation bestmöglich zu begleiten.  Dabei bietet eine ressourcenorientierte Grundhaltung, auch mit Blick auf die eigene Gesundheit, eine gute Basis. Doch wie kann diese gefördert und unterstützt werden?

Die Kindertagespflege steht für einen Bildungsort, der gutes und gesundes Aufwachsen von Kindern ermöglicht, ganz besonders durch die familiennahe Betreuung, die konstante Bezugsperson und die kleine Kindergruppe.

In Kooperation mit dem Hessischen Ministerium für Soziales und Integration startete das Hessische KinderTagespflegeBüro (HKTB) ein Veranstaltungsformat in Form eines digitalen Dialogforums, indem sich Akteurinnen und Akteure aus der Kindertagespflege in Hessen zu diesem Thema austauschen können. Das besondere Merkmal dieses Forums ist der multiperspektivische Ansatz. Dieser bietet allen Beteiligten Einblick in die verschiedenen Praxisfelder und ermöglicht, die Vielfalt der daraus entstehenden Handlungsempfehlungen zu bündeln.

Ziel:

  • Mit dem Forum zum multiperspektivischen Dialog soll der starken Verunsicherung im pädagogischen Feld Rechnung getragen werden.
  • Erkenntnisse aus Praxis, Wissenschaft und Forschung (Studien) zur Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Kinder sollen dabei berücksichtigt werden und als Impulssetzung in die Dialogrunden einfließen.
  • Aspekte und Impulse zur Stärkung von Resilienz und Widerstandsfähigkeit in der Kindertagespflege sollen gesammelt und gebündelt werden, um Handlungsempfehlungen für die Praxis zu entwickeln.

Zwischenfazit:

Feststellend kann man sagen, dass Kindertagespflegepersonen Großartiges in diesen Zeiten geleistet haben, sie haben weitestgehend versucht, den gewohnten Tagesablauf für die Kinder zu erhalten obwohl vieles auch neu organisiert und überdacht werden musste.

Die Koordination der Übergangssituation und der Betreuungszeiten, die Organisation der Gesprächszeiten mit den Eltern und die Gestaltung der Eingewöhnung waren einige der größeren Herausforderungen in den Kindertagespflegestellen, die in den Dialogforen benannt wurden.

Die Fachberatungen standen vor Herausforderungen, häufig schnell reagieren zu müssen. Dazu gehörte u.a. rechtzeitig und gut verständlich neue Verordnungen für die Praxis zu übersetzen, „kontaktlos“ Kontakt zu den Kindertagespflegepersonen zu halten und neue Konzepte zu entwickeln, z. B. für die Qualifizierung von Kindertagespflegepersonen.

Für viele Familien gab es einschneidende Veränderungen im gewohnten Tagesablauf und sie standen vor der großen Aufgabe, die Vereinbarkeit zwischen Beruf und Familienleben in Pandemiezeiten zu bewältigen.

Veränderungen wurden im kindlichen Verhalten seit Beginn der Pandemie beobachtet, besonders der Übergang von der Familie in die Kindertagespflegestelle war für einige Kinder sehr schwer. Aber auch der Aspekt, dass vor allem sehr kleine Kinder noch nichts Anderes kennengelernt hatten, sie praktisch in die Pandemie hineingewachsen sind, war Teil des Dialoges.

Die Rahmenbedingungen der Betreuung in der Kindertagespflege hat für viele Familien ein Stück Normalität in Zeiten der Pandemie ermöglicht und dennoch halten wir in diesem Zwischenfazit fest, dass wir uns an eine neue Normalität gewöhnen müssen.

Den Blick nach vorne zu schärfen und offen sein für Veränderungen, muss immer wieder neu erprobt werden. Dabei ist aus Sicht der Akteurinnen und Akteure eine gute Kommunikation aller Beteiligten und die Stärkung von Netzwerken besonders wesentlich. Die Kinder brauchen vor allem Rituale und Sicherheit im Tagesablauf und Erwachsene, die sie behutsam und geduldig durch diese Zeit begleiten.

Die Evaluationsergebnisse haben eine hohe Zufriedenheit der Teilnehmenden wiedergespiegelt, besonders wurde der multiperspektivische Austausch als sehr gewinnbringend bewertet. Das Prinzip aus der Praxis für die Praxis bietet eine Fülle von gelungenen Beispielen, die als Bereicherung für die eigene Arbeit und für die Entwicklung von Handlungsempfehlungen bewertet wurden.

 

Wegen der großen Nachfrage bietet das HKTB einen weiteren Dialog am 04.11.2021 an. An den vergangenen Dialogrunden konnten Sie sich nicht beteiligen? Dann melden Sie sich gerne HIER an.  

 

Weitere Informationen sowie den aktuellen Stand zum bisherigen Prozess der Handlungsempfehlungen erhalten Sie künftig unter dieser Rubrik.

 

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