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Demokratiebildung beginnt von Anfang an – auch in der Kindertagespflege

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Was bedeutet Demokratiebildung für die frühkindliche Bildung – und welche Rolle spielt dabei die Kindertagespflege? Diese Fragen standen im Mittelpunkt der Veranstaltung des Hessischen Ministeriums für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales (HMSI) „Demokratiebildung von Anfang an: Frühkindliche Bildung als Kinderstube der Demokratie stärken“, an der das Hessische KinderTagespflegeBüro (HKTB) am 10. September 2026 mit großem Interesse teilnahm.

Staatsministerin Heike Hofmann machte in ihrer Begrüßung deutlich: Demokratiebildung beginnt früh. Kinder brauchen von Anfang an die Möglichkeit, sich einzubringen, ihre Meinung zu äußern und Selbstwirksamkeit zu erfahren. Demokratische Haltung müsse dabei auch bedeuten, sich angesichts gesellschaftlicher Entwicklungen selbstkritisch zu fragen: „Waren wir uns zu sicher? Haben wir alles getan? Wo können wir weiter ansetzen?“

Prof. Michelle Friedmann setzte einen weiteren wichtigen Impuls. Für ihn bedeutet Freiheit vor allem Selbstbestimmung. Kinder sollten von Anfang an darin bestärkt werden, Fragen zu stellen – denn durch Fragen wächst Verstehen. Ebenso wichtig sei es, Kinder dabei zu unterstützen, Gefühle in Worte zu fassen, Verhalten zu reflektieren und miteinander in den Dialog zu kommen. „Gefühle in Worten zu beschreiben, Fragen zu stellen, Verhalten zu reflektieren ist eine Voraussetzung der Demokratie – und die beginnt am besten von Anfang an.“, so Friedmann.  Demokratiebildung bedeutet dabei nicht nur, Kindern Regeln zu vermitteln. Sie bedeutet auch, Streit zuzulassen, Dialog zu ermöglichen, Kinderrechte ernst zu nehmen, Haltung zu zeigen und Kindern echte Beteiligung zu ermöglichen.

Eine Frage von Prof. Friedmann blieb dabei besonders im Gedächtnis: „Wie viel Zeit haben Sie für das WARUM der Kinder?“

Was hat diese Frage mit Kindertagespflege zu tun? Sehr viel.

Kindertagespflege ist eine gleichrangige Betreuungsform im Gesamtsystem der Kindertagesbetreuung und bietet hervorragende Voraussetzungen für Demokratiebildung von Anfang an. Der überschaubare Rahmen und die verlässliche Beziehung zur festen Bezugsperson schaffen Sicherheit und Geborgenheit. In der kleinen Kindergruppe entstehen gleichzeitig zahlreiche Möglichkeiten, demokratisches Miteinander unmittelbar zu erleben: Kinder lernen, eigene Bedürfnisse und Ideen auszudrücken, anderen zuzuhören, unterschiedliche Meinungen auszuhalten, Regeln mitzugestalten, Konflikte zu lösen und Rücksicht aufeinander zu nehmen. Der Alltag in der Kindertagespflege bietet Raum, auf Fragen der Kinder einzugehen, gemeinsam Zusammenhänge zu entdecken, Ideen aufzugreifen und Kinder an Entscheidungen zu beteiligen. Es gibt Zeit für Gespräche, für das WARUM der Kinder, für Konflikte und deren gemeinsame Bearbeitung. Kinder können die Erfahrung machen: Ich werde gehört. Ich kann etwas bewirken. Meine Meinung zählt. Die Zusammenarbeit mit den Eltern, die auf gegenseitigem Respekt und Wertschätzung basiert, unterstützt diesen Prozess.

Die Veranstaltung hat deutlich gemacht, wie viel Demokratiebildung bereits im Alltag junger Kinder steckt und welche besondere Rolle dabei auch die Kindertagespflege einnimmt.

 

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